Elektroautos im Stau: was du wirklich wissen musst

Wie schlagen sich Elektroautos im Stau? Diese Frage stellst du dir spätestens, wenn du auf der Autobahn im zähen Feierabendverkehr feststeckst und den Akkustand plötzlich sehr genau beobachtest. Die gute Nachricht vorweg: Kaum eine Situation liegt einem E-Auto so gut wie der Stillstand. Warum das so ist, was der Verbrauch wirklich bedeutet und worauf du achten solltest, klären wir hier.

Verbrauchen Elektroautos im Stau viel Strom?

Die kurze Antwort: nein. Und das hat einen simplen Grund. Ein E-Auto verbraucht nur dann nennenswert Energie fürs Fahren, wenn es sich auch bewegt. Steht es still, ist der Antriebsverbrauch praktisch null. Es gibt keinen Leerlauf wie beim Verbrenner, bei dem der Motor auch im Stillstand munter Sprit schluckt.

Was im Stau überhaupt Strom zieht, sind die sogenannten Nebenverbraucher: Heizung oder Klimaanlage, Licht, Infotainment und ein paar Steuergeräte. Das ist deutlich weniger als die meisten befürchten.

Genau deshalb ist der Verbrauch von E-Autos im Stau ein echtes Missverständnis: Viele übertragen ihr Bauchgefühl vom Verbrenner aufs E-Auto, wo es schlicht nicht passt.

Elektroauto im Stau: sparsamer als gedacht

Hier wird der Vorteil richtig greifbar. Beim Verbrenner läuft der Motor im Stau weiter, um Klimaanlage und Bordnetz zu versorgen und verbraucht dabei je nach Motor rund 1 bis 1,5 Liter Kraftstoff pro Stunde, samt Abgasen. Beim E-Auto zieht der Klimakompressor seine Energie direkt aus der Hochvolt-Batterie, der Antrieb bleibt aus. Umgerechnet steckt im stündlichen Leerlauf eines Verbrenners ein Vielfaches der Energie, die ein E-Auto fürs Klimatisieren braucht.

Unterm Strich heißt das: Im Stau spielt das Elektroauto einen seiner größten Trümpfe aus. Wer mehr über die alltäglichen Stärken erfahren will, findet in unserem Beitrag zu den Vorteilen von Elektromobilität weitere Beispiele.

Elektroauto im Stau auf der Autobahn: Winter und Sommer im Test

Was, wenn der Stau stundenlang dauert und ich heizen oder kühlen muss? Der ADAC hat genau das für beide Extreme durchgespielt.

Im Winter nicht ins Frieren kommen

Für den Wintertest ließ der ADAC einen Renault Zoe und einen VW e-up bei strengem Frost von minus 9 bis minus 14 Grad zwölf Stunden mit 22 Grad Innenraumtemperatur, aktiver Sitzheizung und Standlicht stehen. Ergebnis: Beide hielten problemlos durch. Zum Heizen braucht ein E-Auto bei diesen Temperaturen nur etwa 1,5 bis 2 Kilowattstunden pro Stunde. Rechnerisch lässt sich mit rund 15 bis 20 Kilowattstunden sogar ein zehnstündiger Stau bei angenehmer Wärme überstehen. Die klare Botschaft des ADAC: Niemand muss Angst haben, im Winter im Stau zu frieren.

Im Sommer cool bleiben

Auch für die Hitze gibt es Entwarnung. In einem ADAC-Test musste ein Tesla Model Y acht Stunden lang bei sommerlichen Bedingungen mit laufender Klimaanlage im simulierten Dauerstau stehen. Am Ende waren dem Auto gerade einmal rund 64 Kilometer Reichweite verloren gegangen – für acht Stunden Klimaanlage ein sehr überschaubarer Wert.

Entscheidend ist in beiden Fällen nur eins: wie voll dein Akku zu Staubeginn ist. Das ist aber nichts anderes als der Tankfüllstand beim Verbrenner. Wer vor einer langen Fahrt lädt, ist auf der sicheren Seite – den passenden öffentlichen Ladepunkt findest du unterwegs über spezialisierte Lade-Apps für E-Autos.

E-Auto-Verbrauch im Stau clever senken

Zeichnet sich ein sehr langer Stau ab und dein Akku ist knapp, kannst du den Verbrauch mit ein paar Handgriffen weiter drücken:

  • Innenraumtemperatur etwas reduzieren und auf Umluft schalten, so muss das System weniger nachheizen oder -kühlen.

  • Sitzheizung statt Gebläse: Sie wärmt dich direkt und braucht spürbar weniger Energie als die Heizung für den ganzen Innenraum.

  • Unnötige Verbraucher ausschalten, etwa Scheibenheizung oder Wischer, wenn sie gerade nicht gebraucht werden.

  • Standlicht anlassen: Aus Sicherheitsgründen sollte dein Auto im Stau immer gut sichtbar bleiben.

  • Vorausschauend laden: Bei kritischem Ladestand vor der Autobahnauffahrt lieber einmal mehr nachladen.

Dass ein voller Akku im Stau entspannt, ist übrigens ein weiterer Grund, warum sich E-Mobilität rechnet – gerade in Kombination mit den laufenden Einnahmen.

THG-Prämie: dein Bonus – ob frei fahrend oder im Stau

Deine THG-Prämie kümmert der Stau kein bisschen. Sie wird pauschal pro Fahrzeug und Jahr berechnet – völlig unabhängig davon, wie viele Kilometer du fährst oder wie viele Stunden du im Verkehr feststeckst. Als Halter eines rein batterieelektrischen Fahrzeugs bekommst du sie jedes Jahr aufs Neue.

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Elektroautos im Stau sind kein Grund zur Sorge

Fassen wir zusammen: Im Stillstand verbraucht dein E-Auto kaum Energie, weil der Antrieb pausiert und nur Heizung, Klima und Bordelektronik laufen. ADAC-Tests zeigen für Winter wie Sommer, dass Heizen und Kühlen über viele Stunden problemlos möglich sind. Und beim direkten Vergleich mit dem leerlaufenden Verbrenner steht der Stromer sogar besser da.

Bleib also entspannt, halte die Rettungsgasse frei und deinen Akku halbwegs gefüllt. Mit diesem Wissen sind Elektroautos im Stau am Ende genau das, was sie sein sollten: leise, sauber und erstaunlich genügsam.

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Quellen:

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/elektroauto/haertetest-winter-stau/

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/elektroauto-reichweite-klimaanlage-verbrauch/

FAQ zu Elektroautos im Stau

Wie viel Strom verbraucht ein Elektroauto im Stau?

Ein Elektroauto verbraucht im Stau nur sehr wenig Strom. Im Stillstand ruht der Antrieb, Strom ziehen nur Nebenverbraucher wie Heizung, Klimaanlage, Licht und Infotainment. Im Winter kommen laut ADAC etwa 1,5 bis 2 Kilowattstunden pro Stunde fürs Heizen zusammen – ein überschaubarer Wert, der die Reichweite im Stau kaum belastet. 

Kann mir mit dem E-Auto im Stau der Akku ausgehen?

Nur, wenn er zu Staubeginn schon fast leer war – wie ein leerer Tank beim Verbrenner. Bei halbwegs geladenem Akku halten aktuelle E-Autos laut ADAC viele Stunden durch. Wer vor langen Fahrten lädt und den Ladestand im Blick behält, muss nichts befürchten.

Ist das Elektroauto im Stau sparsamer als ein Verbrenner?

Ja. Ein Verbrenner läuft im Stau weiter und verbraucht rund 1 bis 1,5 Liter Kraftstoff pro Stunde samt Abgasen. Das E-Auto versorgt Klima und Heizung direkt aus der Batterie, der Antrieb bleibt aus. Beim E-Auto-Verbrauch im Stau liegt der Stromer damit klar vorn.

Darf ich im Stau die Heizung oder Klimaanlage laufen lassen?

Ja, ohne Bedenken. ADAC-Tests bei minus 14 Grad und im Sommerstau zeigen, dass Heizen und Kühlen über Stunden möglich sind, ohne dass der Akku schlappmacht. Sparsamer wird es mit Sitzheizung, reduzierter Temperatur und Umluftbetrieb.