Gebrauchte E-Autos kaufen: Worauf sollte man achten?

Von carbonify · 28.09.2023 · Elektromobilität

Gebrauchte E-Autos und THG-Quote Förderung  - Thumbnail Blog

Der Neukauf eines E-Autos kann je nach Modell, Marke und eigenem Vermögen eine sehr große Investition sein. Lohnt es sich also eher einen Gebrauchtwagen in Erwägung zu ziehen?

Mittlerweile sind E-Autos schon so lange in der Automobilbranche vertreten, dass sich ein Gebrauchtwagenmarkt gefestigt hat. Deshalb kann es durchaus von Vorteil sein, sich zunächst nach gebrauchten E-Autos umzuschauen. Es gibt aber sicherlich Fragen, die sich bei manchen aufgetan haben:

Muss ich beim Kauf auf etwas bestimmtes achten?
Gibt es für gebrauchte E-Autos Förderungen, die ich beantragen kann?
Wo kann ich nach Gebrauchtwagen schauen?
Ist ein gebrauchtes E-Auto für die THG-Quote berechtigt?

Wir wollen diesen Fragen auf den Grund gehen und stellen Euch mit diesem Beitrag einen Ratgeber zur Verfügung, den ihr vor Eurem Gebrauchtwagenkauf nutzen könnt.

Was gibt es zu beachten?

Zunächst gilt erstmal genau das gleiche, wie beim Kauf eines gebrauchten Verbrennerautos. Man sollte nach Kratzern im Lack, rostigen Stellen oder auf den TÜV und den Kilometerstand achten. Auch das Prüfen der Funktionen im Innenraum sollten auf der To-do-Liste stehen.

Allerdings gibt es darüber hinaus noch drei Besonderheiten und Gedanken, die man beim Kauf eines gebrauchten E-Autos beachten sollte.

Das Herz es E-Autos: Batterie überprüfen

An der Stelle, an der man beim Verbrennerauto einen Blick in den Motorraum wirft, um den Antrieb zu begutachten, ist das beim gebrauchten E-Auto die Batterie. Je weniger Kilometer das E-Auto gefahren ist, desto weniger verschlissen ist die Batterie. Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass es wichtig ist, dass der Vorbesitzer gut mit der Batterie umgegangen ist – also nicht immer auf 100 % geladen, nicht oft lange die Batterie leer stehen gelassen und nicht die ganze Zeit Schnelllader genutzt hat.

Wer auf Nummer sicher gehen will, führt vor dem Kauf eine Batterie-Diagnostik durch, um sich vom Zustand der Batterie zu überzeugen. Dies bieten unabhängige Unternehmen, wie z. B. AVILOO an.

Das Baujahr zeigt auch den technischen Fortschritt

Ähnlich wie bei der Entwicklung von Smartphone und anderer Technik gibt es bei der E-Mobilität ständig Innovationen und Weiterentwicklungen. Ältere E-Autos sind auch, was Reichweite und Ladegeschwindigkeit angeht, nicht auf demselben Stand wie neuere Modelle. Ein E-Auto aus dem Jahr 2015 z. B. hat ganz andere Grundvoraussetzungen, wie eines aus dem Jahr 2020.

Manche älteren Modelle verfügen bspw. nicht über eine Wärmepumpe oder 11kW-Laden, was bei den neueren Modellen oft schon zur Grundausstattung gehört.

Förderungen für gerauchte E-Autos: Gibt es das?

Grundsätzlich gibt es auch bei gebrauchten E-Autos ein Recht auf die Förderung, allerdings gibt es sehr viele Bedingungen und Einschränkungen im Vergleich zum Neuwagenkauf. Die Fördergelder wurden zudem ab 01. Januar 2023 gekürzt. Hier sind die Voraussetzungen für die Förderung bei gebrauchten E-Autos:

  • Das E-Fahrzeug darf bei der Erstzulassung in keinster Weise gefördert worden sein.
  • Das Fahrzeugmodell muss beim Bafa als förderfähiges Fahrzeug eingestuft sein.
  • Seit Erstzulassung darf maximal ein Jahr verstrichen sein.
  • Das gebrauchte E-Auto ist nur förderfähig, wenn bei der Zulassung des Antragstellers, die Batterie maximal 15.000 km Laufleistung hat.
  • Ein Kaufvertrag zwischen Privatpersonen führt auch zum Ausschluss aus der Förderung.

Wo kann ich nach guten gebrauchten E-Autos schauen?

Wie auch beim Gebrauchtwagenmarkt für Verbrennerautos gibt es Händler und Privatpersonen, die gebrauchte E-Autos anbieten. Allerdings empfehlen wir bei carbonify bei Händlern auf Zertifizierungen und Bewertungen zu achten.

Wer explizites Know-How in dem Bereich hat und weiß, worauf zu achten ist, kann auch Privatkäufe in Betracht ziehen. Kleinanzeigen oder Autoverkaufsplattformen, wie z. B. mobile.de oder autoscout24 sind gute Plattformen. Dort befinden sich auch viele Händler, bitte auch hier auf die Bewertungen achten.

THG-Quote bei gebrauchten E-Autos: Ist das möglich?

Ja, jede quotenberechtigte Fahrzeugklasse kann die Quote jährlich beantragen. Dabei ist es egal, ob das E-Fahrzeug ein Neuwagen oder bereits gebraucht ist.

Es gibt nur eine Ausnahme und diese betrifft das Kaufjahr. Wenn das E-Auto unterjährig erworben wird und somit ein Halterwechsel stattfindet, kann es sein, dass die Quote zuvor bereits durch den vorherigen Halter für das aktuelle Quotenjahr beantragt wurde.

In diesem Fall gilt: Stellt der Käufer den Quotenantrag erneut, wird dieser vom Umweltbundesamt abgelehnt. Im Folgejahr kann der neue Halter seine erste Quote in nur 2 Schritten bei uns beantragen.

carbonify steht nicht in Kooperation mit den oben genannten Unternehmen.

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Was Dich noch interessieren könnte:

Wir haben alle weiteren Informationen für Dich in unseren FAQ zusammengetragen.

Was ist die THG-Quote bzw. die Treibhausgasminderungsquote?

Die Treibhausgasminderungsquote oder kurz die THG-Quote ist ein gesetzliches Klimaschutzinstrument, um den Ausstoß von CO2-Emissionen insbesondere im Verkehrssektor zu reduzieren.

Der THG-Quotenhandel liegt der THG-Quote zugrunde. Unternehmen, wie Mineralölkonzerne, die fossile Kraftstoffe, (z. B. Diesel oder Benzin) in Umlauf bringen und so maßgeblich zum CO2-Ausstoß beitragen, werden durch die THG-Quote dazu verpflichtet, ihre Emissionen jedes Jahr um einen festgesetzten Prozentsatz zu reduzieren.


Im Jahr 2030 soll dieser Satz bei 25 % liegen. Bei Nichteinhaltung der Quote wird eine Strafzahlung (Pönale) für jede nicht eingesparte Tonne CO2 fällig. Die Pönale ist wesentlich teurer: Aktuell liegt sie bei 600 € pro Tonne ausgestoßenem CO2.


Die THG-Quoten von Dritten wie z. B. E-Mobilisten aufzukaufen, wenn quotenverpflichtete Unternehmen ihre THG-Quote nicht durch andere Maßnahmen, wie z. B. das Beimischen von Ökokraftstoffen erfüllen können, bildet die Nachfrage im THG-Quotenhandel.

Die THG-Quote aus Ladestrom ist durch das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und die 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV Nr. 38) geregelt. Gemäß der 38. Bundes-Emissionsschutzverordnung ist das Umweltbundesamt für die Prüfung der in Verkehr gebrachten Kraftstoffe zuständig und zertifiziert die von carbonify eingereichten THG-Quotenanträge.


Seit Ende Juli 2023 sind Neuerungen in der 38. Bundes-Emissionsschutzverordnung in Kraft getreten.

Hauptsächlich sind es Mineralölkonzerne, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre Treibhausgasemissionen im Rahmen der THG-Quote jedes Jahr um einen festgelegten Prozentsatz zu mindern.


Halten die Quotenverpflichteten Unternehmen sich nicht an Ihre Quote, wird eine Strafzahlung für jede nicht eingesparte Tonne CO2 in Höhe von 600 € pro Tonne CO2 fällig.


Ein Quotenverpflichteter hat unterschiedliche Erfüllungsoptionen, um die Anforderungen der THG-Quotenerfüllung zu bewerkstelligen. Insbesondere ist es der Verkauf von Biokraftstoffen wie z. B. E10 oder E5 an der Tankstelle.


Da die THG-Minderungsquote in den vergangenen Jahren jedoch bedeutend gestiegen ist und bis 2030 auf 25% steigen wird, schaffen Mineralölkonzerne es nicht allein durch den Verkauf von Biokraftstoffen die Anforderungen zu erfüllen, sodass Strafzahlungen drohen. Deswegen werden THG-Quotenmengen durch öffentliche Ladeinfrastruktur generiert oder die eingesparten CO2-Emissionen von Privatpersonen oder Unternehmen gekauft.

Die THG-Quote kann von allen Haltern von E-Autos, sowie von Ladeinfrastrukturbetreibern beantragt werden. Dabei ist es egal, ob es sich hierbei um private E-Auto-Besitzer, E-Flottenbetreibern in Unternehmen oder Eigentümer von öffentlicher Ladeinfrastruktur handelt. Allerdings gibt es bei den Fahrzeugen eine Unterscheidung: Es müssen quotenberechtigte Fahrzeuge sein.

Die THG-Quote kann einmal pro Kalenderjahr beim Umweltbundesamt beantragt werden. Gesetzlich ist das Instrument bis 2030 vorgesehen.

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