Gebrauchtwagenmarkt E-Autos: Warum es bisher kaum gebrauchte Autos gibt

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt spielt sich der Großteil der Autokäufe ab – Hier sind die Preise niedriger. Aber der Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos kommt bisher nur langsam in Schwung.

Das liegt zum einen daran, dass E-Mobilität erst in den letzten Jahren angelaufen ist. Zum anderen gehören E-Autos, die jetzt gebraucht gekauft werden können, zur ersten Generation der E-Mobilität. In Zukunft ist hier Besserung zu erwarten.

In diesem Artikel versammeln wir aktuelle Informationen zum Gebrauchtwagenmarkt von 100 % elektrisch betriebenen Fahrzeugen, worauf man beim Kauf achten sollte und wie die THG-Quote bei der Refinanzierung hilft. Denn auch E-Gebrauchtwagen qualifizieren sich weiterhin für die Quote!

Welche Situation herrscht aktuell am E-Auto Gebrauchtwagenmarkt?

Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) liegt der Bestand an E-Autos in Deutschland im Q3/2023 bei 2.212.645. Im ersten Halbjahr 2023 lag der Anteil der Besitzumschreibungen von E-Fahrzeugen jedoch lediglich bei 1,25 Prozent, also etwa 27.500 Fahrzeugen. Zum Vergleich: Allein im Juli 2023 wurden fast 49.000 E-Neuwagen zugelassen.

Dass der E-Auto-Anteil auf dem Gebrauchtwagenmarkt deutlich geringer ist als auf dem Neuwagenmarkt, liegt vor allem daran, dass 100 % Elektroautos erst seit wenigen Jahren in relevanten Stückzahlen verkauft werden. Somit ist das Angebot an gebrauchten Elektroautos auf dem deutschen Markt aktuell noch selten.

Welche Entwicklung wird in den nächsten Jahren erwartet?

Bei älteren E-Gebrauchtwagen gibt es im Moment noch kein relevantes Angebot, weil es bis vor wenigen Jahren noch kein breites Angebot an 100 % elektrischen Neuwagen gab und dementsprechend Neuzulassungen niedriger waren.

Da sich der E-Automarkt stetig entwickelt seit den letzten Jahren, wird sich perspektivisch auch ein Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos herausbilden. Ein größeres Angebot an gebrauchten E-Autos wird es voraussichtlich ab 2025 geben. Dann kommen Leasingrückläufer aus den vorherigen Jahren auf den Gebrauchtwagenmarkt.

Das deutsche Start-up Cardino will den Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos revolutionieren. Cardino fokussiert sich bereits auf gebrauchte Elektroautos. Das Berliner Start-up will für den Anstieg an Elektroautos aus zweiter Hand bereit sein. Mit ihrer auf E-Fahrzeuge spezialisierten Plattform wollen sie den gesamten Prozess digitalisieren:

Vom Angebot bis zum Verkauf – Die gesamte Transaktion soll innerhalb kurzer Zeit von Zuhause möglich sein.

Wann werden E-Autos günstiger?

Der Wertverfall als Gebrauchtwagen ist bei E-Autos nicht so enorm wie bei Verbrennern. Denn die Branche hat Zukunft. Momentan sind die Preise für E-Fahrzeuge aus zweiter Hand noch auf hohem Niveau. Doch das EFahrer-Forum registriert einen Preissturz bei alten E-Autos im Jahr 2023. Demnach wächst das Angebot derzeit schneller als die Nachfrage an E-Gebrauchtwagen, wodurch die Preise sinken.

Die gebrauchten E-Autos lassen sich oft noch mehrere Jahre fahren und sind meist in gutem Zustand. Den Kaufpreis kann man nachträglich auch mit der jährlich ausgezahlten THG-Prämie co-Finanzieren, wenn man sie bei einem Quotenanbieter wie carbonify beantragt.

Denn auch Gebrauchtwagen mit 100 % elektrischem Antrieb qualifizieren sich weiterhin für die Prämie.

Was muss man beim Kauf eines gebrauchten E-Autos beachten?

Wer sich für ein gebrauchtes E-Auto interessiert, sollte vor allem auf die Leistungsfähigkeit des Akkus achten. Auch wenn Hersteller grundsätzlich acht Jahre Garantie auf E-Auto Batterien geben, ist ein prüfender Blick auf die Leistungsfähigkeit nach sechs Jahren Nutzung empfehlenswert.

Statt wie beim Verbrennerauto einen Blick in den Motorraum zu werfen, ist der prüfende Blick auf die Batterie entscheidend. Je schonender und weniger der vorherige Besitzer gefahren ist, desto eher lässt sich die Lebensdauer eines Elektroauto-Akkus maximieren.

Dafür könnte man z. B. bei diversen Dienstleistern eine SOH-Untersuchung in Auftrag geben. Bei dieser „State of the Health“ Untersuchung wird in verschiedenen Verfahren der Gesundheitszustand der Batterie geprüft. Wer überlegt, ein gebrauchtes E-Auto zu kaufen, sollte darüber nachdenken, sich den SOH zertifizieren zu lassen. Kostenpunkt um die 100 Euro.

Gebrauchtes E-Auto: Kann man die THG-Quote bekommen?

Wie auch bei einem neuen E-Fahrzeug kann der Halter jährlich die THG-Prämie für seine quotenfähige Fahrzeugklasse beantragen. Hierzu sind bei carbonify nur einige Daten und ein Foto vom Fahrzeugschein nötig.

Die einzige Ausnahme gilt bei einem unterjährigen Kauf. In diesem Fall ist es möglich, dass der Verkäufer bzw. der vorherige Halter die THG-Quote für das aktuelle Quotenjahr bereits beantragt hat.

Wenn dies der Fall ist, hat man selbst als neuer Halter erst wieder im nächsten Quotenjahr Anspruch auf die Auszahlung der Prämie. Am besten informiert man sich beim Verkäufer über den aktuellen Status der THG-Prämie für das gebrauchte E-Auto.

Falls der ehemalige Halter seinen Anspruch verfallen lässt oder die Quote nach dem Kauf noch nicht eingereicht hat, kann man die Quote als neuer Halter registrieren.