Ökostrom: Wie nachhaltig ist er wirklich?

15.10.2023 · Energie- und Verkehrswende

Von Alischa Knüttel

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echter Ökostrom: Wie unterscheidet man das? - Thumbnail Blog

Je mehr Menschen Ökostrom nutzen, desto größer wird langfristig der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix. Allerdings gibt es auch gewissen Dinge, die man beachten sollte, bevor man einen Ökostrom-Anbieter auswählt. Einige Anbieter wenden einen Trick an und der Ökostrom-Tarif ist in diesem Fall nichts weiter als Greenwashing.

Wir erklären in diesem Beitrag, was es mit dem Ökostrom auf sich hat, wie viel er kostet und nennen Beispiele für seriöse Anbieter.

Kurz gesagt: Was ist Ökostrom?

Grundsätzlich umfasst Ökostrom alle Strommengen, die durch erneuerbare Energien gewonnen werden. Das Prinzip des Ökostroms funktioniert, indem durch die Tarife die Nachfrage nach Strom aus erneuerbaren Energiequellen steigt und sich somit der Anteil im Strommix langfristig erhöht.

Wer Ökostrom bezieht, erhält trotz allem weiterhin denselben Strom aus dem Netz, allerdings weiß der Stromanbieter anhand der Menge Ökostrom, der über den Tarif abgerechnet wird, wie viel von erneuerbaren Energien kommen muss und investiert dementsprechend.

Der aktuelle Anteil an erneuerbaren Energieträgern im deutschen Strommix hielt sich im letzten Jahr immer um die 50 %. Mit Ökostrom-Tarifen und dem Ausbau von erneuerbaren Energien könnte dieser Anteil noch weiter steigen.

Ökostrom erneuerbare Energien Anteil

Wie teuer ist Ökostrom?

Laut dem Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft liegt der aktuelle Preis für Ökostrom bei einem Dreijahresdurchschnitt von etwa 34,5 Cent pro kWh. Dabei sind die Ökostrom-Tarife tatsächlich nicht zwingend teurer als die herkömmlichen Tarife. Je nach Anbieter gibt es unterschiedliche Preismodelle. Bei einem Tarifwechsel bei demselben Anbieter gibt es häufig auch Rabatte.

Perspektivisch wird der Ökostrom sogar günstiger als Kohle- oder Atomstrom werden. Je weiter der Ausbau von erneuerbaren Energien voranschreitet, desto eher sinkt der Preis dafür.

Ist günstiger Ökostrom echter Ökostrom?

Nur weil ein Ökostrom-Tarif günstiger angeboten wird, muss es sich nicht zwingend um Greenwashing handeln. Stromanbieter, welches über eine gute Versorgung als erneuerbaren Energiequellen verfügen, können ihren Ökostrom bereits günstiger anbieten. Wichtig ist den Trick zu kennen und einen serösen Anbieter zu wählen.

Greenwashing: Ökostrom mancher Anbieter ist nicht 100 % regenerativ

Strom aus erneuerbaren Energiequellen muss in Europa als solcher gekennzeichnet werden. Der Stromerzeuger erhält dann Herkunftsnachweise für jede MWh als Zertifikat für die Echtheit des Ökostroms.

Diese Zertifikate werden dann europaweit gehandelt. Dies passiert als Teil des „Renewable Energy Certificate System“ (RECS). Hierbei geht es um den Handel mit Stromzertifikaten.

Stromanbieter, die zum Beispiel nur Atomstrom produzieren, können sich die Zertifikate aus diesem System kaufen und somit Strom anbieten, der als Ökostrom deklariert werden darf und mithilfe eines Herkunftsnachweises fälschlicherweise als grün vermarktet wird.

Wie erkennt man seriöse Anbieter?

Wendet Euch an Euren regionalen oder bestehenden Anbieter und sprecht diese auf ihre Ökostrom-Tarife und Zusammensetzungen an. Sie sollten Euch einen Energieträgermix pro Tarif angeben können.

So könnt Ihr einen geeigneten Tarif wählen, der nicht nur ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis hat, sondern auch aus zu 100 % Prozent aus erneuerbaren Energiequellen besteht.

Hier gibt es zwei bekannte und strenge Labels, die Anbieter von seriösem Ökostrom kennzeichnen. Aussagekräftige Siegel für Ökostrom sind das „ok-power-Siegel“ und das „Grüner Strom Label.

Stromanbieter mit diesen Siegeln sind vertrauenswürdig und bieten 100 % echten Ökostrom und haben sich den Voraussetzungen des Siegels verpflichtet:

Anbieter mit dem ok-power-Label sind auf der Website von dem Label aufgelistet.

Das „Grüner Strom Label“ tragen u. a. die Bürgerwerke, Fair Trade Power, Polarstern und Naturstrom.

Die Besonderheit des Labels ist, dass es nur Unternehmen auszeichnet, die ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen beziehen und keine fossile Energiegewinnung mehr unterstützen.

Doch auch Unternehmen, welche nicht nur Ökostrom-Tarife anbieten, können trotzdem seriös sein. Große Unternehmen, wie z. B. Eon oder EnBW können beim momentanen Strommix nicht nur Ökostrom anbieten.

Ökostrom und die Verkehrswende: Ist er nachhaltig genug?

Wenn der Ökostrom von serösen Anbietern bezogen wird, ist er ein wirksames Mittel für das Voranschreiten der Energiewende und damit auch für die Verkehrswende. So werden Betreiber von öffentlicher Ladeinfrastruktur mit eigener erneuerbarer Energieerzeugung mit der THG-Quote belohnt.

Wenn Stromanbieter durch mehr Nachfrage für Ökostrom Tarife gezwungen sind, sich am Ausbau zu beteiligen, kann viel für die Energie- und Verkehrswende getan werden. Schließlich ist ein E-Auto langfristig nur so sauber wie der Strom, mit dem es beladen wird.

carbonify steht nicht in Kooperation mit den im Artikel genannten Unternehmen.

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Was ist die THG-Quote bzw. die Treibhausgasminderungsquote?

Die Treibhausgasminderungsquote oder kurz die THG-Quote ist ein gesetzliches Klimaschutzinstrument, um den Ausstoß von CO2-Emissionen insbesondere im Verkehrssektor zu reduzieren.

Der THG-Quotenhandel liegt der THG-Quote zugrunde. Unternehmen, wie Mineralölkonzerne, die fossile Kraftstoffe, (z. B. Diesel oder Benzin) in Umlauf bringen und so maßgeblich zum CO2-Ausstoß beitragen, werden durch die THG-Quote dazu verpflichtet, ihre Emissionen jedes Jahr um einen festgesetzten Prozentsatz zu reduzieren.


Im Jahr 2030 soll dieser Satz bei 25 % liegen. Bei Nichteinhaltung der Quote wird eine Strafzahlung (Pönale) für jede nicht eingesparte Tonne CO2 fällig. Die Pönale ist wesentlich teurer: Aktuell liegt sie bei 600 € pro Tonne ausgestoßenem CO2.


Die THG-Quoten von Dritten wie z. B. E-Mobilisten aufzukaufen, wenn quotenverpflichtete Unternehmen ihre THG-Quote nicht durch andere Maßnahmen, wie z. B. das Beimischen von Ökokraftstoffen erfüllen können, bildet die Nachfrage im THG-Quotenhandel.

Die THG-Quote ist durch das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und die 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV Nr. 38) geregelt. Gemäß der 38. Bundes-Emissionsschutzverordnung ist das Umweltbundesamt für die Prüfung der in Verkehr gebrachten Kraftstoffe zuständig und zertifiziert die von carbonify eingereichten THG-Quotenanträge.


Seit Ende Juli 2023 sind Neuerungen in der 38. Bundes-Emissionsschutzverordnung in Kraft getreten.

Hauptsächlich sind es Mineralölkonzerne, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre Treibhausgasemissionen im Rahmen der THG-Quote jedes Jahr um einen festgelegten Prozentsatz zu mindern.


Halten die quotenverpflichteten Unternehmen sich nicht an Ihre Quote, wird eine Strafzahlung für jede nicht eingesparte Tonne CO2 in Höhe von 600 € pro Tonne CO2 fällig.


Ein Quotenverpflichteter hat unterschiedliche Erfüllungsoptionen, um die Anforderungen der THG-Quotenerfüllung zu bewerkstelligen. Insbesondere ist es der Verkauf von Biokraftstoffen, wie z. B. E10 oder E5 an der Tankstelle.


Da die THG-Minderungsquote in den vergangenen Jahren jedoch bedeutend gestiegen ist und bis 2030 auf 25 % steigen wird, schaffen Mineralölkonzerne es nicht allein durch den Verkauf von Biokraftstoffen die Anforderungen zu erfüllen, sodass Strafzahlungen drohen. Deswegen werden THG-Quotenmengen durch öffentliche Ladeinfrastruktur generiert oder die eingesparten CO2-Emissionen von Privatpersonen oder Unternehmen gekauft.

Die THG-Quote kann von allen Haltern von E-Autos, sowie von Ladeinfrastrukturbetreibern beantragt werden. Dabei ist es egal, ob es sich hierbei um private E-Auto-Besitzer, E-Flottenbetreibern in Unternehmen oder Eigentümer von öffentlicher Ladeinfrastruktur handelt. Allerdings gibt es bei den Fahrzeugen eine Unterscheidung: Es müssen quotenberechtigte Fahrzeuge sein.

Die THG-Quote kann einmal pro Kalenderjahr beim Umweltbundesamt beantragt werden. Gesetzlich ist das Instrument bis 2030 vorgesehen.

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