V2X: E-Auto als Stromspeicher nutzen

In den letzten Jahren hat sich die E-Mobilität rasant durchgesetzt und die Entwicklung ist noch lange nicht am Ende. Neben dem sauberen Fahren mit Strom, dem Zugang zu Fördermitteln und der Möglichkeit zur Registrierung der THG-Quote, bieten sich noch weitere Vorteile.

Über einen der Vorteile wollen wir in diesem Beitrag genauer eingehen: Was ist Vehicle to Grid (V2G)?

E-Auto als Stromspeicher: V2G einfach erklärt

Vehicle to Grid oder kurz V2G bezeichnet das Prinzip, dass das E-Auto neben dem Fahren auch als Stromspeicher genutzt werden kann. Im Durchschnitt werden Fahrzeuge in Österreich ca. eine Stunde pro Tag bewegt, den Rest der Zeit verbringen sie auf öffentlichen Parkplätzen oder geparkt in der heimischen Garage oder Einfahrt.

Vehicle to Grid Konzepte zielen genau darauf ab und wollen E-Autos in der Standzeit einen wertvollen Nutzen geben.

E-Autos laden nicht einfach nur: Sie können auch speichern!

Das Konzept basiert auf der intelligenten Einbindung in das Stromnetz, wenn es denn nötig ist. So kann das E-Auto zum Fahren geladen werden, aber auch, um Strom an passenden Zeiten wieder in das Stromnetz einzuspeisen.

Bei einer DC-Ladestation, mit der das E-Auto direkt Gleichstrom lädt, ist das Entladen mit V2G effizienter als beim AC-Laden mit Wechselstrom, da bei AC das E-Auto zusätzlich Energie aufwenden muss, um den Strom wieder umzuwandeln.

V2H, V2B, V2X: Was hat es damit auf sich?

Bei V2H (Vehicle to Home) geht es vor allem darum, den Energieverbrauch im Eigenheim durch das E-Auto zu optimieren. Bei V2B (Vehicle to Building) passiert dasselbe, nur im größeren Stil. Hier kommen der E-Fuhrpark und die Optimierung von Gebäudekomplexen zum Einsatz.

V2X (Vehicle to X) ist dabei ein Überbegriff und steht für die Verwendung des E-Autos als Stromspeicher. Unterschiedlich sind dabei nur die Zwecke, wofür der gespeicherte Strom in der E-Auto-Batterie verwendet wird.

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E-Auto als Stromspeicher: Was bringt das?

V2G ist eine spezielle Form des bidirektionalen Ladens eines Elektroautos, mit dem der Strom aus dem Akku zur Stabilisierung des Stromnetzes genutzt wird. Bei Bedarf kann das Auto sowohl überschüssigen Strom aus dem Netz entnehmen als auch Strom abgeben. Besonders große Mengen Strom im Netz gibt es bei viel Sonne und Wind durch die Erzeugung der Photovoltaik- und Windkraftanlagen. In diesen Zeiten wird der Strom nicht nur „grün“, sondern meistens auch sehr günstig erzeugt. Das Elektroauto trägt dazu bei, Strom in den Zeiten verfügbar zu machen, in denen nur wenig Strom aus erneuerbaren Energien im Netz verfügbar ist („Dunkelflaute“).

So kann der Ausbau von erneuerbaren Energien, neben herkömmlichen Stromspeichern, voranschreiten. Damit kann Vehicle to X eine Lösung für unser Stromspeicherproblem bei der Energiewende sein.

Mit Stromspeichern für erneuerbare Energien und der Nutzung für spätere „Dunkelflauten“ schafft man weitere Unabhängigkeit von fossiler Stromerzeugung durch Kohle oder Erdgas. Damit trägt man aktiv zur Energiewende in Österreich bei.

Zusätzlich kann man durch dieses Verfahren etwas Geld verdienen bzw. seine Stromrechnung optimieren. Wenn z. B. das E-Auto über Nacht mit der Wallbox auflädt, während kaum Strom verbraucht wird, ist es dementsprechend etwas günstiger als tagsüber. Ebenso kann das Elektroauto von sehr niedrigen Preisen an der Strombörse profitieren und den Strom für den Akku teilweise kostenlos laden.

Leitet man den Strom dann am Tag wieder zurück ins Stromnetz, ist er mehr wert und so spart man an der Stromrechnung. Laut Studien kann es bei regelmäßiger Nutzung dieses Prinzips zu Einsparungen bis zu mehreren Hundert Euro im Jahr kommen.

Auch ein großer Vorteil: Ein vollgeladenes E-Auto kann zukünftig bei Stromausfällen für die Notstromversorgung sorgen. Dabei kann die Batterie des E-Autos den Energiebedarf eines Einfamilienhauses für mehrere Tage decken. Auch ohne Stromausfall kann V2H einen Teil von Energieautarkie ermöglichen.

Es bringt noch Herausforderungen: V2X muss noch besser erforscht werden!

Um V2X zu nutzen, müssen das E-Fahrzeug und die Wallbox über die Möglichkeit des bidirektionalen Ladens verfügen. Aktuell können das noch relativ wenige Fahrzeugmodelle. Die Tendenz steigt allerdings, da auch die Hersteller das Potenzial für V2X erkannt haben.

Die E-Auto-Batterien könnten mit V2X eine kürzere Lebensdauer haben. Wenn man den Prozess allerdings intelligent steuert, ist die Auswirkung sehr gering. Der Verschleiß der Batterie ist bei einer Ladung zwischen 20 und 80 % am geringsten. Durch die regelmäßige Nutzung des Akkus könnte sich die Lebensdauer des Akkus im Gegensatz zur Nichtnutzung sogar verlängern. Hierfür sind allerdings noch praxisnahe Studien nötig.

Ein weiteres Problem könnte entstehen, wenn man ungeplant das E-Auto zum Fahren nutzen muss. Dann kann es sein, dass der Akku nicht voll ist und sich die Reichweite verringert. Dank dem mittlerweile guten Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur lässt sich das E-Auto flott an einer der vielen Schnellladestationen nachladen.

Es braucht aber noch viel Forschung und auch das Zutun von Herstellern, Stromanbietern und E-Mobilisten, damit sich V2X flächendeckend durchsetzen kann. Zudem müssen sich noch Standards etablieren und regulatorische Vorgaben festlegen.

Wenn all das gegeben ist, können unsere E-Autos noch zu viel mehr fähig sein als zum Fahren oder dem Verkaufen der THG-Quote vom Umweltbundesamt. Sie können als Stromspeicher die Energiewende unterstützen!

Weitere Neuigkeiten zum bidirektionalen Laden bzw. V2X könnt ihr auch bei unserem Blog-Partner elektroautofahrer.net nachlesen.

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