Wegen der Aktualität dieser Begriffe möchten wir sie genauer definieren und Fragen beantworten wie:
Wie unterscheiden sie sich?
Sind sie für Unternehmen in Deutschland Pflicht?
Was sagen sie aus?
Wie ist der Bezug zu diesen Berichten und Bilanzen?
Die drei Begrifflichkeiten sind nicht einheitlich definiert, deshalb richten wir uns nach dem üblichen Gebrauch und praktischen Anwendungen bisher.
Carbonify Redaktion
7. September 2023
CO₂-Bilanz: Überblick des Emissionsverbrauchs
Die CO₂-Bilanz, auch bekannt als Kohlenstoffbilanz, Klimabilanz oder Treibhausgasbilanz, nutzen Unternehmen häufig, wenn sie gerade dabei sind, klimaneutral zu werden. Sie bildet Emissionen und die Unternehmensbereiche ab, in denen die Emissionen ausgestoßen werden.
Das umfasst hauptsächlich CO₂, kann allerdings auch andere Gase wie Methan oder Lachgas sog. CO₂-Äquivalente betreffen.
Sie ist ein wichtiges Instrument für die Bewertung und Quantifizierung des Einflusses auf den Klimawandel, den das eigene Unternehmen hat. Darauf aufbauend lassen sich Strategien und Maßnahmen entwickeln, um Emissionen zu vermeiden oder zu kompensieren.
Erstellung einer CO₂-Bilanz: In 4 Schritten zum Ziel
Datenerfassung: Erfassung von Prozessen, Energieverbräuchen und weiteren Emissionsquellen.
Emissionsberechnung: Quantifizierung der Menge an Treibhausgasen, die durch die erfassten Aktivitäten freigesetzt werden.
Absorptionsrechnung: Berücksichtigung der Menge an Treibhausgasen, die von natürlichen oder von Menschen geschaffenen Quellen absorbiert oder entfernt werden, wie beispielsweise Wälder oder Technologien zur Kohlenstoffabscheidung.
Bilanzierung: Vergleich der gesamten Emissionen mit den Absorptionsmengen, um eine Gesamtbilanz zu erhalten. Eine positive Bilanz bedeutet, dass mehr Treibhausgase freigesetzt als absorbiert werden, während eine negative Bilanz darauf hinweist, dass mehr Treibhausgase absorbiert als freigesetzt werden.
Berechnung der CO₂-Bilanz ist individuell
Es gibt kein spezielles Schema, um die verbrauchten Emissionen für die CO₂-Bilanz ndaufzubereiten, da die Emissionsquellen in jedem Unternehmen unterschiedlich sind. Bei der Datenerfassung und Kategorisierung unterstützt das Greenhouse Gas Protocol, indem es Emissionen in drei Scopes eingeteilt hat.
Scope 1: direkte Emissionen, die im Zusammenhang mit Unternehmensaktivitäten stehen.
Scope 2: indirekte Emissionen, die außerhalb des eigenen Unternehmens produziert, aber im Unternehmen verbraucht werden.
Scope 3: Emissionen, die im Zusammenhang zum Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette stehen.
Unternehmen, die keine Kapazitäten haben, um selbst eine CO₂-Bilanz zu erstellen, können spezialisierte Firmen beauftragen, um den CO₂-Fußabdruck zu berechnen. Die erste Bilanzerstellung ist die aufwendigste, danach muss sie lediglich jedes Jahr wieder aktualisiert werden.
Erstellung der Co2-Bilanz: Bisher nur börsengelistete Unternehmen in der Pflicht
Aktuell ist die Erstellung einer Co2-Bilanz für Unternehmen noch freiwillig. Seit 2014 sind jedoch börsengelistete Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern verpflichtet, jedes Jahr eine aktuelle CO₂-Bilanz zu erstellen.
Sie stellt eine transparente Auskunft für Stake- und Shareholder dar, um den Einfluss auf das Klima einschätzen zu können.
Allerdings gibt es aufgrund des Klimawandels durchaus auch andere Anreize, eine CO₂-Bilanz auf freiwilliger Basis zu führen. Sie ist Grundlage für Entscheidungen im Rahmen der Klimaneutralität oder um sich einen Überblick über die verursachten Emissionen zu verschaffen.
Nachhaltigkeitsbericht: Eine Liste mit guten Absichten
Die CO₂-Bilanz dient als Grundlage für den Nachhaltigkeitsbericht. Er umfasst eine Auflistung aller Strategien, Maßnahmen und Engagements, die ein Unternehmen zum Wohle der Nachhaltigkeit befolgt.
Während die Co2-Bilanz einen Zustand beschreibt, soll der Nachhaltigkeitsbericht eine Erklärung sein, wie man sich für den Klimaschutz einsetzen wird. Für börsennotierte Unternehmen über 500 Mitarbeitern gehört dies zu den Informationspflichten gegenüber für Stake- und Shareholdern.
Für die übrigen Unternehmen ist die CO₂-Bilanz freiwillig, allerdings kann es nie schaden, seine CSR-Bemühungen transparent nach außen zu kommunizieren. Da der Gesetzgeber die Form des Nachhaltigkeitsberichts nicht festgelegt hat, fällt zumindest der formelle Aufwand weg.
Kurzer Exkurs: Was ist CSR?
CSR ist die Abkürzung für „Corporate Social Responsebility“ und bezeichnet alle gesellschaftlichen Zielsetzungen, die im Zuge einer nachhaltigen Unternehmensführung vorgenommen werden. Diese Maßnahmen decken ökologische, soziale und ökonomische Gesichtspunkte ab. Umfassende Informationen zu dieser Thematik gibt es bei CSR Deutschland.
Der Klimabericht: Analyse von Institutionen
Während sich die Co2-Bilanz und der Nachhaltigkeitsbericht auf einzelne Unternehmen beschränken, geht es beim Klimabericht um eine fundierte Analyse des Weltklimas. Klimaberichte können von unterschiedlichen Organisationen, Räten oder Institutionen erstellt werden.
Der wohl anerkannteste Klimabericht wird seit 1990 alle sechs Jahre vom Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) erstellt. Er ist mehrere tausend Seiten lang und umfasst neben dem aktuellen Kenntnisstand zum Klimawandel auch mögliche Strategien zum Klimaschutz.
Klimabericht, Co2-Bilanz und Nachhaltigkeitsbericht: Eine Gemeinsamkeit gibt es!
Sie stellen alle Instrumente zur Emissionsreduktion und zum Klimaschutz dar, auch wenn die Ebenen unterschiedlich sind. Wo die Berichte und Bilanzen enden, setzen Instrumente zum Klimaschutz an. Die THG-Quote ist eines davon und hilft im Bereich der Verkehrswende tatkräftig mit, um den Umstieg auf E-Mobilität zu beschleunigen.
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