Reichweitenangst: Mit dem Elektroauto das Ziel nicht erreichen?

Von carbonify · 14.12.2023 · Elektromobilität

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Die elektrische Reichweitenangst hat ihren Namen in den späten 1990er Jahren erhalten. Seitdem ist die Optimierung der Reichweite bei E-Autos im Fokus bei Forschungen, E-Mobilisten und E-Auto-Herstellern. Doch was ist die elektrische Reichweitenangst eigentlich und wie wichtig und begründet ist diese Angst mittlerweile noch?

Dies und weitere Fragen klären wir in diesem Beitrag zur elektrischen Reichweitenangst auf.

Was ist die elektrische Reichweitenangst?

Die sogenannte Reichweitenangst fällt meist im Zusammenhang mit der Elektromobilität. Sie beschreibt die Sorge darüber, dass die Reichweite des E-Fahrzeuges nicht ausreichen könnte, um eine geplante Strecke zu bewältigen.

Auch äußert sich Reichweitenangst in Bedenken, dass eine Lademöglichkeit nicht rechtzeitig erreicht werden kann, bevor die Ladung der E-Auto-Batterie leer wird. Diese Reichweitenangst kann ein Argument dafür sein, welches Menschen davon abhält, sich ein E-Fahrzeug anzuschaffen. Zu groß ist die Angst davor, mit leerem Akku am Straßenrand liegenzubleiben.

Reichweitenangst: Ist sie begründet?

Glücklicherweise gibt es dank der Entwicklungen der letzten Jahre kaum noch einen Grund für Reichweitenangst. Es gibt sicherlich noch einige Herausforderungen in der E-Mobilität zu bekämpfen, wie zum Beispiel die Etablierung im ländlichen Raum. Die Dichte der Ladeinfrastruktur und die Reichweite der E-Fahrzeuge sind aber mittlerweile so sehr gewachsen, dass ein Liegenbleiben am Straßenrand schlicht unmöglich ist.

Reichweitenangst unbegründet: Durchschnittliche Reichweite bei E-Autos steigt

Stand August 2023 gibt es 81.562 Normal-Ladepunkte und 19.859 Schnellladepunkte, die laut der Bundesnetzagentur in Betrieb sind. Also insgesamt über 100.000 Ladepunkte in ganz Deutschland. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es etwa 14.000 Tankstellen für fossile Kraftstoffe.

Es gab durchaus Zeiten in der Geschichte der Elektromobilität, in der elektrische Reichweitenangst begründet war. Als die Forschung noch in Kinderschuhen steckte und E-Autos eine geringe Reichweite hatten, konnte man sich Gedanken über die nächste Lademöglichkeit machen oder sich sorgen, ob die Ladung des Fahrzeuges bis zum Zielort auskommt.

Heutige E-Fahrzeuge können Reichweiten von bis zu 700 Kilometern aufweisen. Dies entspricht bereits der typischen Reichweite von einem Verbrennerauto. Natürlich sind das erstmal einzelne Modelle. E-Kleinwagen haben eine geringere Reichweite. Diese Entwicklung zeigt allerdings, wohin der Trend in den nächsten Jahren geht. Die aktuelle Spanne bei der Reichweite liegt zwischen 200 und 600 km.

Früher waren Reichweiten oft unzuverlässiger, da es weniger Praxisdaten gab, um Faktoren wie Temperatur, Geschwindigkeiten und Wetter mit einzubeziehen. Außerdem gab es kein weltweit standardisiertes Verfahren, um die Reichweiten von E-Fahrzeugen miteinander zu vergleichen, wie es mittlerweile beim WLTP-Verfahren der Fall ist.

Hinzu kam, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur in den letzten Jahren erst an Wichtigkeit gewann. Jetzt gibt es immer mehr öffentliche Ladeinfrastruktur und Übersichtskarten oder Apps mit den nächsten Ladepunkten in der Region. Zusätzlich werden Wallboxen für zu Hause immer erschwinglicher und effizienter und die Zahl der Anbieter steigt stetig.

Die Elektromobilität ist bereits sehr gut erforscht. In heutigen E-Fahrzeugen ist moderne Software verbaut, die oftmals auch die nächsten Ladepunkte anzeigt, die man mit der verbleibenden Reichweite sicher erreichen kann. Bei den E-Autos mit einem früheren Baujahr ist das noch nicht immer der Fall.

Reichweitenangst überwinden: Tipps und Tricks für das Leben als E-Mobilist

Wie bei jeder anderen Angst gilt: Die Angst ernst nehmen und daran arbeiten, sie zu überwinden. Wir haben einige Tipps und Tricks, die helfen können, damit die Reichweitenangst überwunden werden kann.

Die tatsächliche Reichweite des Fahrzeugs kennen

Die Reichweite, die ab Werk angegeben ist, ist nach dem WLTP-Verfahren berechnet. Eine tatsächliche Reichweite hängt allerdings von Temperatur, Wetter und eigenem Fahrstil ab. Viele E-Autos berechnen nach einigen Ladungen und Fahrten den individuellen Durchschnittsverbrauch. Dieser kann dann für die eigene Planung der Strecken genutzt werden.

Sicherheit bei Reichweitenangst: Strecke planen

Ein bisschen mehr Sicherheit lässt sich erhalten, indem unbekannte Strecken im Voraus geplant werden. Vor Fahrtantritt kann online nach Ladepunkten an der geplanten Route gesucht werden. Bei zahlreichen Fahrzeugherstellern und Modellen kann man per App oder im Fahrzeug automatisch die eigene Route mit den idealen Ladestopps planen lassen.

Außerdem empfiehlt es sich, kurz vor der Fahrt die Strecke nach Stau zu prüfen und auch währenddessen das Navigationssystem anzuschalten, sodass stockender Verkehr oder Stau vermieden werden können. Auch hier können neuer Modelle bereits selbstständig Routen planen und auf Veränderung in Echtzeit reagieren.

Eigene Fahrweise stabilisieren

Damit der errechnete Durchschnittsverbrauch des E-Autos möglichst zuverlässig bleibt, sollte man versuchen, die eigene Fahrweise möglichst gleich zu gestalten. Ähnliche Geschwindigkeiten beibehalten und schnelles Beschleunigen und Abbremsen vermeiden.

Es kann auch helfen, seine Reichweite mit unseren Tipps im Allgemeinen zu steigern. Das hat den großen Vorteil, dass man weniger Laden muss und es mit hoher Wahrscheinlichkeit zur eigenen Wallbox schafft und sein Auto über Nacht wieder aufladen kann.

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Was Dich noch interessieren könnte:

Wir haben alle weiteren Informationen für Dich in unseren FAQ zusammengetragen.

Was ist die THG-Quote bzw. die Treibhausgasminderungsquote?

Die Treibhausgasminderungsquote oder kurz die THG-Quote ist ein gesetzliches Klimaschutzinstrument, um den Ausstoß von CO2-Emissionen insbesondere im Verkehrssektor zu reduzieren.

Der THG-Quotenhandel liegt der THG-Quote zugrunde. Unternehmen, wie Mineralölkonzerne, die fossile Kraftstoffe, (z. B. Diesel oder Benzin) in Umlauf bringen und so maßgeblich zum CO2-Ausstoß beitragen, werden durch die THG-Quote dazu verpflichtet, ihre Emissionen jedes Jahr um einen festgesetzten Prozentsatz zu reduzieren.


Im Jahr 2030 soll dieser Satz bei 25 % liegen. Bei Nichteinhaltung der Quote wird eine Strafzahlung (Pönale) für jede nicht eingesparte Tonne CO2 fällig. Die Pönale ist wesentlich teurer: Aktuell liegt sie bei 600 € pro Tonne ausgestoßenem CO2.


Die THG-Quoten von Dritten wie z. B. E-Mobilisten aufzukaufen, wenn quotenverpflichtete Unternehmen ihre THG-Quote nicht durch andere Maßnahmen, wie z. B. das Beimischen von Ökokraftstoffen erfüllen können, bildet die Nachfrage im THG-Quotenhandel.

Die THG-Quote aus Ladestrom ist durch das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und die 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV Nr. 38) geregelt. Gemäß der 38. Bundes-Emissionsschutzverordnung ist das Umweltbundesamt für die Prüfung der in Verkehr gebrachten Kraftstoffe zuständig und zertifiziert die von carbonify eingereichten THG-Quotenanträge.


Seit Ende Juli 2023 sind Neuerungen in der 38. Bundes-Emissionsschutzverordnung in Kraft getreten.

Hauptsächlich sind es Mineralölkonzerne, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre Treibhausgasemissionen im Rahmen der THG-Quote jedes Jahr um einen festgelegten Prozentsatz zu mindern.


Halten die Quotenverpflichteten Unternehmen sich nicht an Ihre Quote, wird eine Strafzahlung für jede nicht eingesparte Tonne CO2 in Höhe von 600 € pro Tonne CO2 fällig.


Ein Quotenverpflichteter hat unterschiedliche Erfüllungsoptionen, um die Anforderungen der THG-Quotenerfüllung zu bewerkstelligen. Insbesondere ist es der Verkauf von Biokraftstoffen wie z. B. E10 oder E5 an der Tankstelle.


Da die THG-Minderungsquote in den vergangenen Jahren jedoch bedeutend gestiegen ist und bis 2030 auf 25% steigen wird, schaffen Mineralölkonzerne es nicht allein durch den Verkauf von Biokraftstoffen die Anforderungen zu erfüllen, sodass Strafzahlungen drohen. Deswegen werden THG-Quotenmengen durch öffentliche Ladeinfrastruktur generiert oder die eingesparten CO2-Emissionen von Privatpersonen oder Unternehmen gekauft.

Die THG-Quote kann von allen Haltern von E-Autos, sowie von Ladeinfrastrukturbetreibern beantragt werden. Dabei ist es egal, ob es sich hierbei um private E-Auto-Besitzer, E-Flottenbetreibern in Unternehmen oder Eigentümer von öffentlicher Ladeinfrastruktur handelt. Allerdings gibt es bei den Fahrzeugen eine Unterscheidung: Es müssen quotenberechtigte Fahrzeuge sein.

Die THG-Quote kann einmal pro Kalenderjahr beim Umweltbundesamt beantragt werden. Gesetzlich ist das Instrument bis 2030 vorgesehen.

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